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Fit as Fck - Calm is a superpower


Diese Leute, deren Instagram Feed eine innere Ruhe ausstrahlen, die Mamas die fünf Kinder, einen Fulltime Job haben und nebenbei noch einen erfolgreichen Blog inklusive Einkommen betreiben und dabei konsequent in die Kamera strahlen, keine Ahnung wie sie das machen.

Während ich diesen ersten Absatz in mein Macbook getippt hab, musste ich ungelogen drei mal die Stiegen hoch laufen, weil das Kind irgendein Auweh mit anschließendem Tobsuchtsanfall hatte und dem Papa auf der Nase rumtanzt, der Hund musste plötzlich super dringend nach draußen und der Kater miaute lautstark nach Futter, obwohl ich ihn gefühlt gerade erst gefüttert hab und die vertrottelten Blumen, die ich heute unbedingt Pflücken musste, waren offensichtlich Heimat einer ganzen Ameisenkolonie, die es sich jetzt auf meinem Esstisch gemütlich machen.

Ich bin vieles, aber sicher nicht ruhig und ausgeglichen. Im Gegenteil, Tobsuchtsanfall ist mein dritter Vorname. Ich sehe da Parallelen zu meinem Kind. 

Aber da innere Ruhe ein weiterer Schlüssel zu einem gesunden und fitten Körper ist, hab ich Artikel studiert, Bücher gelesen und mir ein paar Dinge zusammen geschrieben, die angeblich funktionieren sollen.



Lass den Ballast hinter dir

Dieser Ratschlag war irgendwie überall zu finden. Und mit Ballast war überall ungefähr das selbe gemeint. Ich soll mich von den Menschen trennen, die mir nicht gut tun.

Leichter gesagt als getan, weil sich im Laufe meines Lebens so viele Menschen angesammelt haben, deren pure Existenz ausreicht um mich auf die Palme gehen zu lassen. Das reicht von vermeintlichen Freunden bis hin zur Familie. Aber Fakt ist, es klappt.

Zum Loslassen muss man sich ganz bewusst entscheiden, sich erstmal überhaupt darüber im Klaren werden, dass einem diese eine Person im Leben nicht gut tut.

Bei mir zeigt sich das ganz arg, ich merke es immer dann, wenn ich wütend SMS schreibend auf der Couch oder sogar in den Satzpausen im Fitness Studio sitze und mir die Wut schon aus den Ohren quillt.

Meine Mama hat immer gesagt, man soll die Menschen einfach nehmen wie sie sind. Das klappt - oft, aber nicht immer. Also habe ich die Wahl zwischen loslassen und in die Wüste schicken oder versuchen die Dinge einfach zu nehmen wie sie sind. Ob das langfristig klappt wird sich zeigen.


Verzeihen

Ich schleife viele Probleme gern über Monate mit mir herum. Streitereien und Auseinandersetzungen mit Menschen, die mir Nahe stehen oder standen belasten mich langfristig. Ich träume davon, auch wenn es oft schon Monate, oder sogar Jahre her ist.

Viele Autoren raten dazu einfach zu verzeihen, keinen Groll mehr zu hegen, Dinge einfach abzuschließen.

Mein eigenes Leben kann sich nicht, oder nur schwer, weiterentwickeln, wenn ich ewig an der Vergangenheit festhalte. 


Nimm es nicht persönlich

Oft erhalten ich Nachrichten, die richtig ins Schwarze gehen. Von ehemaligen, vermeintlichen Freunden, wurde mir oft vorgeworfen, dass ich mich zu freizügig im Internet präsentiere und ich hab mir das wahnsinnig zu Herzen genommen. Aber was ich mittlerweile gelernt habe ist, dass hier nur die eigene Unzufriedenheit der Personen spricht und das im Regelfall mit mir als Person eigentlich gar nichts zu tun hat. Und außerdem, ich muss nicht jeden Menschen mögen und mich muss nicht jeder gern haben. Das ist so. Ich nehme es nicht mehr persönlich, es geht mir hintenrum vorbei.


Durchatmen

Ein quengelndes Kind kann einen bis an den Rande eines Nervenzusammenbruchs treiben. Ich dürfte cholerische Gene in mir haben, ich trau mich zu behaupten, dass auch meine Elternteile damit so ihre Probleme haben oder hatten, den einzig wahren Weg daraus habe ich noch nicht gefunden. Aber was hilft ist erstmal durchatmen, eventuell kurz vor die Türe gehen und den Kopf wieder frei bekommen. 

Das Kind quengelt deshalb danach nicht weniger, aber man geht anders, gelassener damit um.


me time

Me time ist als Mama ohnehin schon wahnsinnig limitiert, wenn der eigene Ehemann dann auch noch Überstunden im dreistelligen Bereich hat, macht es die Situation natürlich nicht einfacher. Und als Bonus arbeite ich auch noch von zu Hause, während der Wutschlumpf fröhlich um mich herum wütet. Aber es gibt sie, diese kurzen fünf Minuten am Tag, die ich mir einfach nur für mich nehme.

Sei es um zu dehnen, kurz in Ruhe unter die Dusche zu springen, was einem Spa Aufenthalt gleicht, oder beim Kochen die Musik laut aufzudrehen und dazu den Booty durch die Küche zu schwingen. 

Diese Zeit bekommt man nicht am Silbertablett serviert, zumindest ich nicht. Man muss sie sich nehmen. Und das sollte man auch unbedingt.


Gelassenheit erlernt man sicherlich nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, an dem ich jeden Tag aufs neue arbeiten muss. Es gibt bessere und schlechtere Tage, aber es geht stetig bergauf und sich darüber Gedanken zu machen, was einen an die Decke bringt und wie man damit umgeht, ist sicherlich ein großer Schritt in Richtung Besserung.
Was hilft Dir mit Stress besser umzugehen? 

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