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Dinge, für die ich Ende 20 werden musste, um sie zu lernen

Im Alter wird man bekanntlich weiser, sagt man zumindest so. Und anlässlich meines 29. Geburtstags hab ich  mir ein paar Minuten Zeit genommen um darüber nachzudenken, ob ich tatsächlich in den vergangenen Jahren irgendetwas dazu gelernt habe. Erstaunlicherweise nicht sehr viel, aber dafür umso wichtigere Dinge. 


1.) Du kannst alles tun, wenn du nur wüsstet, was du willst

Meine Mutter hat mir mit 18 ein Buch mit diesem Titel geschenkt, damals wusste ich nicht wirklich etwas damit anzufangen. Abgesehen davon, dass ich tatsächlich nicht wusste, was ich wollte, kam mir der Spruch auch unfassbar abgedroschen vor. Aber es ist wahr. Zwar musste ich Ende 20 werden, um endlich zu wissen was ich will, und auch was ich nicht will, nämlich bis an mein Lebensende 9 Stunden am Tag vor einem Computer zu sitzen und für fremde Leute Geld zu verdienen, aber wie sagt man so schön? Besser spät als nie. 


2.) Du kannst Menschen nicht ändern

Wenn ich die Zeit zurück bekommen würde, die ich damit verbracht habe mich über andere Menschen zu ärgern und zu versuchen sie zu ändern, dann wäre ich jetzt vermutlich erst Mitte 20. Ich hab damit aufgehört. Viel mehr habe ich einfach die Situation geändert. Menschen, die mir nicht gut tun, treffe ich nicht mehr, lasse ich nur noch so weit in mein Leben, wie es notwendig ist. Spart unsagbar viel Zeit und auch Nerven. Ich wünschte, ich hätte das mal früher kapiert.


3.) Lass dich auf etwas Neues ein

Ich hasse fremde Menschen. Ist tatsächlich so. Ich mag keinen Smalltalk, ich kann es auch überhaupt nicht. Meist stammle ich nur Schwachsinn vor ich hin und mein Gegenüber muss sich denken, ich wäre nicht ganz dicht. 

Aber ab und zu macht es Sinn auch mal aus der eigenen Komfort Zone heraus zu kommen und sich auf etwas Neues einzulassen. Das habe ich wieder einmal gemerkt, als ich nach langem hin und her mich endlich darauf eingelassen hab jemand völlig fremden, nämlich die Ulli - eine Instagram Bekanntschaft, zu treffen. Und heute ist sie eine enge und für mich sehr wichtige Freundin, mit der ich meine Sorgen und Probleme teile, viel lachen kann und bei der ich weiß, dass sie so schnell nich mehr aus meinem Leben verschwindet wird. Und dafür bin ich überaus dankbar. 


4.) Ich nehme nichts mehr persönlich

Ich den letzten Jahren habe ich gelernt, dass Menschen mich nicht deshalb beleidigen oder schlecht über mich reden, weil sie ein Problem mit mir haben. Sondern viel mehr, weil sie ein Problem mit sich selbst haben.


5.)  Geburtstage sind belanglos

Früher habe ich mich immer wie ein kleines Kind auf meinen Geburtstag gefreut. Jedes Jahr versammelte sich die engste Familie bei einem netten Essen und ich war glücklich meine liebsten Menschen um mich zu haben. Es ging nicht um Geschenke oder Aufmerksamkeit, es ging um gemeinsame Zeit.

Seit meine Mutter nicht mehr da ist, ist das jedoch anders. Etwas fehlt. Sie fehlt. Und damit endete auch die jährliche Tradition für mich. Ich brauche keinen Geburtstag mehr, um die Anwesenheit meiner Familie zu schätzen zu wissen. Ich tue es jeden Tag. Denn die Zeit ist ohnehin viel zu knapp.

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